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Prüfungsangst, was tun?

Prüfungsangst, na und!

Angst, sie ist ein überbleibsel aus unserer Evolution. Innerhalb kürzester Zeit wird der Körper durch Stresshormone auf Flucht oder Kampf vorbereitet. Was für den Steinzeitjäger lebensnotwendig war, ist in der modernen Zeit scheinbar unnütz.

Hier sind einige hilfreiche Tipps und für den Umgang mit der Prüfungsangst und dem Prüfungsstress:



Sich optimal aufregen

"Prüfungsangst" weist auf ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Bewältigungsmöglichkeiten hin. Prüfungsangst an sich ist normal! Erst ihr übermaß wird zum Problem. Aufregung aktiviert Menschen (macht sie munter). Zu viel Aufregung verringert dagegen die Flexibilität, weil dann nur noch einfache Flucht- und Angriffsreaktionen zur Verfügung stehen. Erstreben Sie also nicht allzu viel "Coolness", sondern finden Sie lieber den für Sie optimalen Mittelweg und machen Sie die Prüfungsangst zu Ihrer Verbündeten.



Selbstwertgefühl stärken

Obwohl manche Körperreaktionen dies nahe legen (wie Herzrasen und Schweißausbrüche), sind Prüfungen kein Angriff auf Ihr Leben oder Ihre Gesundheit. Machen Sie sich bewusst, dass Prüfungen vor allem darauf abzielen, Ihre Leistung zu bewerten. "Prüfungsangst" ist somit eine Variante der "Bewertungsangst". Zu ihr passt es nicht, sich wie ein Steinzeitmensch im Angesicht eines Säbelzahntigers zu verhalten. Wenn Sie sich vor und bei Prüfungen übermäßig ängstigen, spricht einiges dafür, dass Sie Ihr Selbstwertgefühl stark von der Meinung anderer abhängig machen (Motto: Ich bin nur, was ich leiste). Vielleicht haben Sie ein hohes Perfektionsstreben und betrachten jeden Misserfolg als Beweis Ihrer Minderwertigkeit. Da Prüfungen immer wieder vorkommen können, lohnt es sich, Ihr Selbstwertgefühl auf eine stabilere Basis zu stellen. Dazu kann Ihnen - neben positiven Lebenserfahrungen - eine Psychotherapie helfen.



Verantwortung für das Prüfungsergebnis vernünftig verteilen

Der Ausgang einer Prüfung hängt meistens von mehr als einem Faktor (Ihren Fähigkeiten) ab. So spielen besonders bei mündlichen Prüfungen persönliche Sympathien und Antipathien, die Tagesverfassung des Prüfers und das Verhalten eventueller Mitprüflinge eine Rolle. Es ist daher lebensfremd, das Prüfungsergebnis nur Ihren Leistungen oder nur dem Faktor Glück zuzuschreiben. Indem Sie die Verantwortung wirklichkeitsgetreuer verteilen, motivieren sie sich, an den Dingen zu arbeiten, die Sie selbst verändern bzw. beeinflussen können. Hierzu gehört auch der Versuch, die Rahmenbedingungen der Prüfung eigenen Bedürfnissen anzupassen.



"Katastrophen" zu Ende phantasieren

Viele Prüfungskandidaten gehen davon aus, "dass die Welt zusammenbricht", wenn sie nicht bestehen. In der Regel geht das Leben aber weiter und finden sich Lösungen für die neue Situation. Manchmal hilft es daher, sich nicht nur die Katastrophe vorzustellen, sondern sich auch die Folgezeit auszudenken. So können Sie sich selbst vor Augen führen, dass wichtige Menschen (Eltern, Freunde, Partner) Sie wegen einer durchgefallenen Prüfung nicht verachten oder verlassen werden. Außerdem hält das Leben Alternativen bereit (Wiederholungsprüfung, andere Berufswege). Helfen Sie sich mit dem Satz: "Umwege verbessern die Ortskenntnis" und "Es gibt keine Misserfolge, sondern nur nützliche Erfahrungen".



Sich positiv programmieren und Energie vernünftig einsetzen

Nutzen Sie das Prinzip der "sich selbst erfüllenden Prophezeiung". Indem Sie von einem Prüfungserfolg ausgehen, verhindern Sie, dass ängste unsinnig viel Energie binden. Aus dem gleichen Grund ist es mitunter auch hinderlich, sich vor einem Prüfer krampfhaft zusammen zu reißen. Finden Sie Kurzformeln, die Sie in schwierigen Situationen motivieren ("Ich schaffe das" "Ich stehe das durch"). Programmieren Sie ängste in "gespannte Vorfreude" (gesundes Lampenfieber) um.



Perspektiven verändern

Fakten allein sind meist neutral, erst ihre "Bedeutung" macht Angst. Sehen Sie die Prüfung nicht als "Bedrohung", sondern als Chance zu zeigen, was in Ihnen steckt. Entnehmen Sie einem schnell schlagenden Herz die beruhigende Botschaft, dass jetzt Ihr Gehirn besser durchblutet wird.

Arbeitstechniken optimieren und realistische Ziele setzen Prüfungsangst kann auch auf mangelnde Vorbereitung oder ungünstige Lerntechniken (Verzetteln, keine Pausen, fehlende Lernziele) hinweisen. Optimieren Sie in diesem Fall Ihre Vorbereitungsstrategien (z.B. durch Zeit- und Stoffpläne, ausreichende Wiederholungen). Viel Erfolg!.


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